Humorvolles

Versteckspiel

In einem alten Autowrack
da hausen Mäuse Tag für Tag.
Und Pärchen, die sich gerne necken,
die spielen ab und zu Verstecken.

Zum Mäusemann das Weibchen spricht:
"Dreh' dich zur Wand und mogle nicht.
Du zählst jetzt langsam bis zur zehn,
dann bin ich weg und nicht zu sehn.

Wirst du mich bis um drei erblicken,
dann darfst du mich mal tüchtig drücken.
Wenn ich bis halb drei warten muss,
bekommst du einen zarten Kuss.

Doch findest du mich bis um zwei,
dann hast du alle Wünsche frei!"
Danach beugt sie sich zu ihm vor
und flüstert ihm ins linke Ohr:

"Und, was ich dir noch sagen will:
Ich stecke vorn, im Kühlergrill!"

Heinz Säring

 

 Ein Pfarrer und ein Omnibuschauffeur
kommen in den Himmel
Petrus begrüßt die beiden neuen Gäste
und bittet den Omnibuschauffeur einzutreten
Daraufhin meint der Pfarrer:
47 Jahre habe ich gepredigt,
da darf wohl ich als Erster eintreten
Nein, meint der Petrus: Du kommst als Zweiter,
bei Dir haben die Menschen geschlafen,
bei ihm haben sie gebetet

 

Drei Männer kommen in den Himmel.
An der Pforte begrüßt sie Petrus
Vor der Aufnahme in den Himmel
müsst Ihr mir sagen
wie Ihr auf der Erde gelebt habt:
Petrus, sagt Hermann,
der Erste unter Ihnen:
Ich war meiner Frau immer treu
Dann bekommst Du einen
Rolls Royce Silber Shadow meint Petrus und fragt
den zweiten Neuankömmling:
Was soll ich Dir sagen, Petrus,
meint Hans
Einmal, ja einmal, bin ich fremd gegangen
Dann bekommst Du einen
Ford Taunus Baujahr 1964
Und wie war es mit Dir, Friedrich,
fragt Petrus
Ich habe jede Gelegenheit genützt
und die Frauen geliebt
Dann fährst Du mit einem
Steyr Waffenrad, ohne Hilfsmotor,
Baujahr 1953 und fährst ebenso
von Wolke zu Wolke
Friedrich und Hans fahren wochenlang gemeinsam
durch den Himmel und treffen plötzlich weinend
Hermann vor seinem Rolls Royce sitzen.
Völlig irritiert fragen sie Hermann:
Was ist denn los mit Dir?
Du hast das beste Auto von uns allen und weinst.
Stellt Euch vor, sagt Hermann: als ich so vor meinem
Auto sitze kommt gerade mein Frau vorbeigefahren

mit einem Tretroller

 

Das Benzinroß

Das edle Pferd mit müden Hufen
ging längst schon abwärts jene Stufen

die alles, was nicht mehr zu brauchen,
in die Vergangenheiten tauchen…

Nun sieht man andre Rösser rasen
mit Auspuffgasen über Straßen

und ihr motorisches Gedärm
macht einen ungeheuren Lärm.

Doch prahlen sie sich, wie wir merken,
am Ende doch mit Pferdestärken

Wilhelm Rudnigger

 

Die Schraubenmutter

Ein Eisenstück: nach alter
Sitte hats ein Gewind in der Mitte.

Wie kann man diesem Ding im Leben
den schönen Namen „Mutter“ geben?

Es kann ja auch kein Kind gebären!
der Umstand drängt ihn aufzuklären.

Und wenn man nachdenkt, dann, fürwahr,
wird uns das Mütterliche klar:

Sie sorgt, solang sie lebt und leibt,
dass alles schön beisammenbleibt!

Wilhelm Rudnigger

 

Der Blechsalat

Am Teller, drauf sich früh und spät
der Kreisel des Verkehrs dreht,

gibst oft (und wenig delikat)
als üble Speise Blechsalat.

Drin stochern (und dass ist zu dumm)
auch Polizisten noch herum…

Man soll sich um das Mahl nicht drängen;
zumeist serviert mans in zwei Gängen -

Der zweite Gang (oft wird er Pflicht)
ist jener zum Bezirksgericht!

Wilhelm Rudnigger

 

Der neiche Traktor

Ban Hoferbauern, bei dem reichen,
siehgst heut an Traktor stehen, an neichn.

Da Bruggnkeuschler kummt vurbei
–bleibt stehn und siehgt den Traktor gleih.

Das sagt zu ihm da Hoferbauer:
Kumm her! Kumm her! Dann siehgst genauer!

No!? Is das nit a feines Stuck?“
Hmm!“ gibt da Bruggenkeuschler zruck.

Schau!“ prahlt da Hoferbauer weiter:
Wer so was kaft, der is viel gscheiter!“

Der Traktor – der dersetzt fünf Roß!“
Hmm!“ sagt da Bruggenkeuschler bloß

Da Hoferbauer kriagt an Bittern:
Unter dem, da tuat da Bodn zittern!

Der ist noch nächstes Jahr wia neu!“
Hmm!“ sagt da Bruggenkeuschler lei.

Hmm! Hmm! A kannst du sunst nix redn?
Da Traktor, du, der gfallt an jedn!

Warum sagst denn du sunst nix wia Hmm?“
Darauf macht da Bruggenkeuschler „Hmm“!“

Hmm! Hmm! Hiatz hab i nur a Bitt:
Was gfallt Dir an mein Traktor nit?“

Da Bruggnkeuschler sagt: „ Lei´s ane:
waßt – Junge kriagt da Traktor kane!“

Wilhelm Rudnigger